René Hüsler berichtet aus der Geschichte des Crypto Valley

Crypto Valley Pioneers Interviews · 11 Feb 2026 · 12:53

René Hüsler, professor at the Lucerne University of Applied Sciences and Arts (HSLU), speaks about the founding of the Crypto Valley Association, the first Crypto Valley Conference, and the blockchain study programs at HSLU. In 2018 he was reported to be director of the Lucerne School of Information Technology. The interview is part of the Crypto Valley Pioneers series.

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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.

Transcript

Mein Name ist Rene Hüsler. Ich bin Direktor des Departements Informatik der Hochschule Luzern und 2016 war ich bereits aktiv im Blockchain-Umfeld. Und da ist die Idee der Gründung der Crypto Valley Association entstanden, die ich dann aktiv vorangetrieben habe. Die Crypto Valley Association ist ein Verein, der das Zielt hat, die Blockchain- und DLT-Technologie voranzutreiben und dafür ein Ökosystem zu schaffen mit Events, einen Support der Mitglieder in diesem Bereich und natürlich auch der optimalen Infrastruktur, um all diese Aktivitäten voranzutreiben.

Die Idee, einen Verein zu gründen, ist daraus entstanden, weil wir gesagt haben, “Wir müssen da etwas machen.” Es reicht nicht, wenn einzelne Personen das vorantreiben, aktiv sind, sondern wirklich, dass wir das bündeln können, ganz klar mit einem internationalen Fokus. Wenn du dieses Bild hier anschaut, der Gründung des Vereins, da sieht man, dass ganz unterschiedliche Personen drauf sind. Auf der einen Seite ist das Johann Gevers. Natürlich ist es Niklas Nikolajsen, Vasily Suvorov von Luxoft damals und auch Søren Fog, der mit Iprotus die ganze Thematik vorangetrieben hat.

Oliver Bussmann ist da auch noch drauf. Ich denke, er war bereits sehr aktiv in diesem Feld, sehr stark im Bankenumfeld. Wir haben uns zusammengetan und den Verein haben wir dann gegründet und auf dieser Basis dann die ganze Entwicklung gestartet, die dann später wirklich aus dem Crypto Valley oder mit dem das Crypto Valley wirklich diesen Gesicht gekriegt hat. Wenn wir schauen, wie sich die Crypto Valley Association entwickelt hat, dann finde ich, das ist schon sehr beeindruckend, was da alles gelaufen ist.

Wir haben ja den Verein im Januar 2017 gegründet, sind dann im März effektiv mit etwa 16 Mitgliedern gestartet und bereits im Oktober hatten wir über 360 Mitglieder. Im Januar, also nach einem Jahr, waren wir bei knapp 700 Mitgliedern, und das ist dann kontinuierlich bis auf über 1000 angestiegen. Also ich glaube, das ist schon eine Erfolgsstory, wenn man das so anschaut, weil auf der einen Seite sind es ja nicht nur Schweizer Unternehmen, sondern wir haben gesehen, dass sehr viele auch internationale Unternehmen und Institutionen und auch Privatpersonen es sehr attraktiv fanden, ein Mitglied zu werden, um sich wirklich in diesem ganzen Ökosystem vernetzen zu können.

Ich glaube, das war wirklich ein Schlüsselelement. Und was auch sehr wichtig war, waren die Arbeitsgruppen, die wir hatten, die sich auf spezifische Themen fokussiert hatten, die dann das wirklich vorangetrieben haben. Und da konnten die Mitglieder sich auch beteiligen in diesem Kontext und dementsprechend ihr Wissen und ihr Know-how einbringen, so dass das Thema wirklich vorangetrieben wurde. Ich denke, das waren sicher Schlüsselelemente, die auch zum Erfolg der Crypto Valley Association geführt haben. Eigentlich war das relativ einfach. Wir haben gesehen, dass es extrem viele Konferenzen gab, die irgendwie noch Blockchain drin hatten.

Die ganze Finanzindustrie hat sich mit Blockchain befasst. Dann, wenn es irgendwelche technologische Ansatzpunkte gab, hat man sich mit Blockchain befasst. Aber wir haben festgestellt, es gab keine Konferenz, die sich wirklich auf Blockchain fokussiert hatte und dann in Anwendungen ging. Auch die Idee, wirklich mal eine wissenschaftliche Konferenz zu machen, die die relevanten Papers zusammenträgt, das Ganze auch mit einem entsprechenden Evaluationsprozess versieht, das war auch einzigartig.

Dieses Fokussieren auf Blockchain und nicht auf eine Anwendung mit Blockchain, das war ganz klar ein Schlüsselelement dieser Konferenz, die ja auch bereits bei der ersten Durchführung im Casino in Zug über 1000 Teilnehmende anzog, die wirklich hier den Austausch und den Diskurs gefördert haben. - Gibt es denn so etwas wie eine Geschichte, wie ihr die Idee gehabt habt der Konferenz? Es gibt eigentlich nicht so eine Geschichte die spektakulär wäre, sondern wir haben uns natürlich im Vorstand sehr häufig ausgetauscht über verschiedene Ideen auch wie wir das Thema natürlich stärker etablieren können.

Natürlich auch nach aussen gehen, eben nicht nur mit den Mitgliedern innerhalb der CVA, sondern wirklich an die breite Öffentlichkeit zu gehen. Und da war relativ schnell die Idee dieser Crypto Valley Conference geboren. Fokussieren auf Blockchain, unterschiedliche Tracks. Auf der einen Seite, ganz genau den akademischen Track, mit dem wir uns spezialisieren wollen oder ganz klar eine Einzigartigkeit schaffen werden. Aber natürlich auch diese ganzen Thematiken im Finanzbereich, diese Start-up Ideen, dass man das natürlich auch mit unterstützt. Darum hatten wir dieses Grundkonzept für die erste Konferenz.

Der Kontakt mit Bundesrat Johann Schneider-Ammann, das ist sehr gut gelaufen und er hat eigentlich ganz spontan und sehr schnell zugesagt, dass er an dieser Konferenz, diese Eröffnungsrede halten wird. Das hat natürlich auch zusätzlich dem Ganzen noch ein bisschen Auftrieb gegeben. Das erste Mal eine Konferenz auf Blockchain fokussiert, ein Bundesrat, der bei der Öffnung dabei ist, ein Regierungsrat, der das Ganze unterstützt und so eigentlich eine sehr breite Abstützung. Natürlich auch Dolfi Müller, zu dieser Zeit Stadtpräsident von Zug, hat das Ganze auch sehr unterstützt und war wirklich Feuer und Flamme in diesem Bereich, weil er auch sehr viele Delegationen empfangen musste, die gefragt haben:

“Wo sehe ich jetzt hier das Crypto Valley?” Ich glaube, das war eine super Kombination, um eine solche Konferenz, eben eine internationale Konferenz, zu lancieren. Es gibt nicht so eine spezielle Sache, aber diese Attraktivität hat gezeigt, dass aus der ganzen Welt Teilnehmerinnen und Teilnehmer gekommen sind, die miterleben wollten, was wir hier geschaffen haben. Das war schon einzigartig. “Good morning, ladies and gentlemen, good morning, everybody.” Ich glaube,

ihm war auch bewusst, dass da was kommt, das nicht an der Schweiz vorbeiziehen soll. Das heisst, er hat da wirklich gemerkt, dass das ein Thema ist, mit dem wir uns wirklich auch positionieren können international, eigentlich global. Ich glaube diese Chance, dass er das gesehen hat und dementsprechend da mitgemacht hat, dass war wirklich sehr gut. In diesen frühen Phasen war das natürlich auch so, dass dann der Bund sehr stark diese Regulatorien, damit wir da wirklich diese Unternehmen sicher ansiedeln konnten, all das hat er vorwärts gebracht und so die Rahmenbedingungen geschaffen, dass in dieser Startphase sehr viel möglich war.

Und das hat sicher auch wesentlich dazu beigetragen, dass es sich so positiv entwickelt hat. Aus der Situation heraus, dass sich die Crypto Valley Association wirklich so international aufgestellt hat und dieses Interesse des Bundesrats für dieses Thema, so war relativ schnell klar, dass in der Schweiz auch Grundlagen geschaffen werden müssen, dass das Ganze unterstützt werden kann oder es vorantreibt. Mit diesem Hintergrund wurde dann die Blockchain Taskforce gegründet, die eigentlich von Ueli Maurer damals initiiert wurde, aus dem Finanzdepartement.

Mathias Ruch und Heinz Tännler waren da die treibenden Kräfte dahinter. Dabei ging es vor allem darum, bei dieser Swiss Blockchain Federation, die Grundlagen in der Schweiz zu legen, damit Blockchain auf der einen Seite verankert werden kann und die Unternehmen auch Rahmenbedingen haben, mit denen sie hier operieren können. Auf der einen Seite die Möglichkeit, aber auf der andern Seite auch die Sicherheit, dass, wenn Sie sich hier niederlassen können, dass Sie wissen, in welchem regulatorischen Rahmen Sie sich bewegen. Das ist aus dieser Taskforce entstanden.

Und dann, etwa zwei Jahre später, hat sich das Ganze dann verstetigt. Aus dieser Taskforce ist die Swiss Blockchain Federation entstanden bei der ich auch Gründungsmitglied war, sodass eigentlich diese Themen weiter vorangetrieben werden können mit einem ganz klaren Schweizer Fokus. Da gibt es auch verschiedene Arbeitsgruppen, die sich spezifischen Themen widmen und daraus natürlich Papers generieren, in Kontakt mit entsprechenden Stellen sind auf Bundes- und Kantonsebene, um zu wissen, was notwendig ist, was angepasst werden muss oder wo wirklich auch Regulatorien notwendig sind.

Ich glaube, es braucht immer irgendwo ein kleines Flämmchen, das dann das Feuer zum Lodern bringt. Und das ist sicher auch so, Alexander Denzler ist sicher eine treibende Kraft bei uns hinter den ganzen Aktivitäten, auch in der Ausbildung, natürlich mit der Crypto Valley Conference zusammen. Aber wir haben auch weitere Mitarbeitende. Tim Weingärtner zum Beispiel, der auch sehr schnell in diesem Kontext auch eine Veranstaltung lanciert hat. Das waren Grundlagen, um in der Ausbildung da Fuss zu fassen. Auf der anderen Seite, ist dann natürlich auch sehr schnell die Idee aufgetreten, dass in der Weiterbildung da verschiedene Themen angegangen werden könnten, mit denen man sich auch positionieren kann auf der einen Seite

oder wirklich das Wissen der Bevölkerung steigen kann. Das war so ein wichtiges Element und das waren verschiedene Personen beteiligt. Sicher bei uns Ursula Suri, die verantwortlich ist für die Weiterbildung, hat da sehr stark auch gedrückt, dass wir etwas in dieser Richtung machen. Dann neben den Aktivitäten haben wir auch eine Blockchain Workbench erarbeitet, zusammen mit anderen Universitäten. Das ist so ein Online-Tool, mit dem man sich in die Blockchain-Technologie einarbeiten kann. Von Beginner-Level bis zu Expert-Level gibt es da Übungen, mit denen man auf der einen Seite programmieren kann und sich wirklich in die Technologie vertiefen kann.

Das haben wir in verschiedenen Institutionen entwickelt und das ist auch immer noch verfügbar und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Wir haben gesehen, dass da ein riesiges Wissensdefizit besteht. Viele sprechen darüber. Viele können ja gar nicht Cryptocurrencies und Blockchain unterscheiden. Da haben wir gesehen, da braucht es entsprechende Weiterbildungsangebote, und zwar auf ganz unterschiedlichen Levels, dass sie da das Wissen, das generelle Wissen steigern können, auf der einen Seite, “Um was geht es überhaupt?” Da haben wir ein auch ein Video gemacht, “Blockchain einfach erklärt”, das wirklich auch heute noch sehr häufig gesehen wird.

Blockchain, einfach erklärt. Blockchain ist eine noch junge Technologie. Sie löst eines unserer Grundprobleme. Sie schliesst Vertrauenslücken. Dann auf der anderen Seite auch alle auf den verschiedenen Stufen, die gesagt haben, “Ich möchte wissen, was zum Beispiel Blockchain-Technologie für mein Unternehmen ermöglicht, wie ich das einsetzen kann.” Das ist ein spannender Austausch, der so entstanden ist. - Und diesen Traum der Dezentralisierung, gibt es den noch? Diese verteilten Organisationen, überall wo du zusammenarbeiten musst, bei dem du eigentlich kein Vertrauen in deine Partner hast, da wird sich Blockchain-Technologie durchsetzen.

So kann man ein Vertrauen durchsetzen, ohne dass man den Partner, mit dem man zu tun hat, dass man den wirklich detailliert kennt. Da ist es sicher so, dass wir einen Schritt gehen werden, der die Zusammenarbeit generell verändern wird.