Fabian Hediger berichtet aus der Geschichte des Crypto Valley

Crypto Valley Pioneers Interviews · 10 Feb 2026 · 12:14

Fabian Hediger, co-founder of Bitcoin Suisse, speaks about founding the company, how it developed within the Crypto Valley ecosystem, and what he hopes for the future of blockchain technology. Bitcoin Suisse was co-founded in 2013 with Niklas Nikolajsen and Andrej Majcen. The interview is part of the Crypto Valley Pioneers series on the region's early days.

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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.

Transcript

Mein Name ist Fabian Hediger. Ich bin ein Mitgründer von Bitcoin Suisse. Bitcoin Suisse ist ein Financial Service Provider für Kryptowährungen. Unsere Hauptprodukte sind Brokerage, Staking, Custody und Collaterized Loans. Erstkontakt mit Bitcoin Ich habe an der Universität St. Gallen studiert. Ich habe BWL studiert. In diesem Zeitraum habe ich mich mit Kryptowährungen auseinandergesetzt. Und da wollte ich in Kryptowährungen investieren.

Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine guten Möglichkeiten, da zu investieren. Es gab verschiedene Provider, zum Beispiel Mt. Gox in Japan oder Bitstamp in Slovenien. Und zu diesem Zeitpunkt waren diese Provider einfach nicht sehr vertrauenswürdig, und auch einen internationalen Banktransfer, habe ich noch nie gemacht zu diesem Zeitpunkt, und war mir ein bisschen suspekt. Und dann habe ich geschaut, wo ich lokal Kryptowährungen kaufen kann und habe Niklas kennengelernt und habe mit Cash von ihm Bitcoins gekauft.

Und er hat sie direkt auf mein Paperwallet transferiert. Das war die beste Option zu diesem Zeitpunkt für mich, da es kein Counterparty Risk involviert hat. Niklas Nikolajsen Ich habe Niklas angefragt für einen Termin, und er hat gesagt, dass er Zeit hat abends um sieben. Und dann habe ich gesagt: "Ja, klar, passt." Dann bin ich von St. Gallen nach Zug gefahren und habe Niklas getroffen.

Und Niklas, ich habe ihn gefragt, warum er das Meeting so spät abgemacht hat. Und er gesagt, er sei einfach jeden Tag sehr viel am Arbeiten und darum hat er das Meeting erst am Abend machen können. Und ich habe, also, als ich Niklas kennengelernt habe, wurde ich so begeistert von ihm, weil er sehr eine faszinierende Persönlichkeit ist und sehr stark an Bitcoin geglaubt hat. Und wir haben da fast zwei Stunden lang über Bitcoin und traditionelles Finanzsystem zusammen philosophiert.

Und ich habe dann gedacht, ich möchte für Niklas arbeiten, weil das einfach, da kann ich so viel lernen. Und es macht auch richtig Spass, mit ihm Zeit zu verbringen. Und dann habe ich eine Initiativ-Bewerbung geschrieben, und kurze Zeit später, hat er mir geantwortet, und dann hatten wir ein Interviewgespräch und so hat das dann angefangen. Und ja, die beste Entscheidung von meinem Leben. Anekdoten aus der Anfangszeit von Bitcoin Suisse Ja, da gibt es viele Geschichten.

Und ja, in der Anfangszeit, mich wundert es, wie unsere Nachbarn da über uns gedacht haben, weil wir haben ja zusammen in einer Wohnung gewohnt, Niklas, Andrej und ich. Und wir waren ein komisches Team von der Aussenwahrnehmung, Niklas (35), ich (21), Andrej (23), haben zusammen auf kleinstem Raum gewohnt, und sind irgendwie jeden Morgen um 8 Uhr früh raus und erst abends spät nach der Arbeit wieder nach Hause gekommen, jeden Tag. Und ich denke

noch öfter darüber nach, was sich unsere Nachbarn gedacht haben, was die da machen. Zweifel? Und doch, also ich habe schon Zweifel gehabt, ob es das Richtige ist, ein Unternehmen aufzubauen. Aber ich denke, der Sinn dahinter, die Krypto-Adoption weiterzutreiben, das ist sehr sinnvoll, weil gesellschaftlich ist es megawertvoll, wenn Leute zwischen unterschiedlichen Kryptowährungen oder Fiat-Währungen auswählen können,

und dass da eine grosse Konkurrenz ist, zwischen den unterschiedlichen Währungen, weil das treibt die Innovation voran. Und Kryptowährungen sind ein super- hyperkompetitives Umfeld, und jede Kryptowährung muss neue Innovationen bringen, um relevant zu bleiben. Und das ist wirklich unglaublich. Das Bitcoin White Paper wurde vor ein bisschen mehr als 15 Jahren veröffentlicht und die Bitcoin Software vor 15 Jahren und 10 Tagen oder so.

Und was sich in diesem Zeitraum von den letzten 15 Jahren da alles entwickelt hat, zu Smart Contracts und DEXes und was es alles noch gibt, also das ist wirklich unglaublich, wie schnell und innovativ dieser ganze Space ist und auch im Vergleich zu den Fiat-Währungen, wo es keine grossen Breakthroughs gab von meiner Perspektive in den letzten 15 Jahren. Ja, das ist schön zu sehen. Bitcoin Suisse und die Schweizer Banken Ja, in der ersten Phase von Bitcoin Suisse, 2013 hatten wir keine Probleme, ein Bankkonto zu eröffnen.

Wir hatten in allen Schweizer Grossbanken ein Bankkonto, und wir konnten Zahlungen akzeptieren und wenn ein Kunde Krypto gegen Fiat gewechselt hat, das auch problemlos auszahlen. Und Anfangs 2014 ist Mount Gox implodiert, der grösste Exchange. Und das hat dazu geführt, dass Krypto auf einmal ein Thema bei jedem Compliance Office oder bei jeder Bank wurde. Und die Banken haben sich dann gegen Krypto gewendet und haben Kryptozahlungen sehr schwer gemacht an Exchanges.

Und Bitcoin Suisse hat auch in diesem Verlauf dann alle Bankkonten verloren in der Schweiz. Wir haben dann auf wöchentlicher Basis einen Brief bekommen, das aus geschäftspolitischen Gründen die Bankbeziehung terminiert wurde. Und das wurde geschäftsbedrohend für uns, weil in der Schweiz braucht man ein Bankkonto, um Business zu machen. Und ja, zum Glück haben wir dann nach langen Gesprächen wieder eine neue Bank gefunden.

Der ICO-Boom 2017 Das erste ICO, das Bitcoin Swiss durchgeführt hat, war Melonport. Und das war ein Schweizer Unternehmer, Reto Trinkler und Mona El Lisa. Und die haben eine Onchain-Plattform bauen wollen für Asset Management und haben einen Token rausgegeben und Ether dafür akzeptiert. Das war das erst ICO, und dann innerhalb von kurzer Zeit bekamen wir sehr viele Anfragen, wo wir auch helfen können, ein ICO durchzuführen.

Und wir haben 100-plus Anfragen pro Tag von ICO-Projekten bekommen und hatten Experten, also Kryptoexperten, die dann die White Papers analysiert haben und geschaut haben, welche haben eine Legal Opinion und ein gutes Team. Aber am Schluss waren es immer noch die Entscheidungen von den Investoren, ob sie da investieren möchten oder nicht.

Und es gab das grösste ICO, bei dem wir mitgeholfen haben, war Tezos, was jetzt auch ein sehr grosses Projekt ist. Die haben, glaube ich, 200 Millionen plus geraised gehabt und die Foundation ist auch jetzt noch angesiedelt in der Schweiz. Ist Krypto im Finanzsektor angekommen? Ja definitiv. Also, vor zehn Jahren mussten wir jedem erklären, was Bitcoin ist und was eine dezentralisierte Währung ist, und wie Mining funktioniert.

Und jetzt, also die Financial Literacy ist sehr gestiegen über die letzte 10 Jahre. Leute verstehen das traditionelle Finanzsystem besser, aber verstehen auch das Krypto-System besser. Und sind in einer besseren Situation, die zwei Systeme zu vergleichen und die Vor- und Nachteile von den beiden Systemen zu vergleichen und zu sehen, was für sie am besten Sinn macht. Und das ist sehr schön zu sehen, und es wird nur noch weiter in die Richtung gehen.

Das Verständnis zum Finanzsystem wird immer besser, in den kommenden Jahren. Insbesondere da in der Schweiz auch viel Instabilität war mit der Credit Suisse und mit anderen Finanzinstituten in den letzten Jahren. Da macht man sich mehr Gedanken, wie das ganze System aufgebaut ist. Natürlich ausserhalb von der Schweiz macht man sich noch mehr Gedanken. Wie ist es in Argentinien oder in anderen Ländern, wo die Inflation einfach sehr hoch ist aktuell. Und da hat man mit Bitcoin, wo der Money-Supply predictable ist, eine sehr gute Alternative als Store of Value.

Die Killer-App für Blockchain-Technologie Oft gibt es diese Frage, was die Killer-App ist mit der Blockchain-Technologie. Und von meiner Perspektive gab es schon viele Killer-Apps. Zum einen Kryptowährungen, Store of Value, ist super wertvoll für insbesondere Dritte-Welt Länder, wo das traditionelle Finanzsystem sehr instabil ist. Zum zweiten die ganzen DEXes, wo man ohne Counterparty eine Währung gegen eine andere Währung wechseln kann.

Und dann das ganze DeFi Lending Landscape. Das ist auch megaspannend, dass man halt transparent sieht, wie ein Protokoll, wie die Positionen sind, was die Interest Rate ist. Und das sind so die drei grossen Killer-Apps, die ich bis jetzt gesehen habe im Krypto-Bereich. Und ich denke, wenn man sich fokussiert, einfach die zu verbessern, wird es schon einen sehr grossen Nutzen haben für die Gesellschaft.