Dolfi Müller berichtet aus der Geschichte des Crypto Valley

Crypto Valley Pioneers Interviews · 10 Feb 2026 · 20:58

Dolfi Müller, former mayor of the city of Zug, talks about how Zug became the first municipality in the world to accept bitcoin payments. In 2016 the city council decided to accept bitcoin for certain municipal services, and Müller, who was mayor at the time, described it as a signal to companies in digital finance. The interview is part of the Crypto Valley Pioneers series.

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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.

Transcript

Ja, ich bin Dolfi Müller. Ich war in der Stadt  Zug Stadtpräsident in der Zeit als das Thema Blockchain dann richtig aktuell war, so um 2016 rum. Ich war zuerst mal Bauchef von 2003 bis 2007 und dann noch 12 Jahre bis 2018 war ich dann Stadtpräsident.  Es war meine letzte Legislatur, als Blockchain aufkam. Zug vor Crypto Valley Ich habe ja insgesamt 36 Jahre Politik  auf dem Buckel, nur in der Stadt Zug eigentlich, und als ich da 1983 angefangen habe, da war Zug ein friedliches Städtchen am See, kann man sagen.

Und das hat sich jetzt in den letzten  Jahren und letzten Jahrzehnten völlig verändert. Zug wurde eine globalisierte  Kleinstadt, kann man so sagen. Eigentlich offen gegenüber der Welt, offen gegenüber der  Wirtschaft natürlich auch, aber im Herzen sind die Zuger immer noch recht bodenständig, also  wie damals beim kleinen Städtchen am See und das heisst natürlich auch, was der Bauer  nicht kennt, das frisst er nicht. Und das war eigentlich so die Voraussetzung, mit der wir  dann so in diese Geschichte reingegangen sind.

Anfänge von Crypto Valley Erfunden haben wir, der Stadtrat oder die Politik, das Crypto Valley nicht, sondern das waren ein paar Herren, die sind dann hier, ich habe immer gesagt, wie ein Raumschiff von einer fernen Galaxie, hier in Zug gelandet. Also Niklas Nikolajsen, Johann Gevers, aber auch noch andere. Und die haben dann quasi als Garagenunternehmungen, hier angefangen sehr klein, und haben dann diesen dieses Label Crypto Valley damals schon geprägt. Und sie sind ja nach Zug gekommen nicht weil wir so tiefe Steuern hatten,  sondern sie sind gekommen weil sie in Zug etwas

Urschweizerisches fanden, nämlich Politik,  die direkt demokratisch ist, die föderal ist, und die eben auch dezentral funktioniert, und dann das ist ja genau das Wesen der Blockchain, dezentral zu sein. Darum  sind sie gekommen, das sagen sie heute noch. Erster Austausch mit krypto-Unternehmern, Einführung der Bitcoin-Zahlungen Ja, das gab dann so ganz scheue Kontakte  zuerst natürlich. Ich würde mal sagen, die ersten zwei, drei Jahre hat man gewusst, dass sie da sind, aber viel mehr haben sie mit der Politik gar nicht getan. Und dann kam dann das Jahr 2016. Wir hatten in Zug gerade eine visionäre Abstimmung verloren und wir hatten auch immer mehr das  Gefühl, dass sehr erfolgreiche Geschäftsmodell des

Kantons Zug, mit den tiefen Steuern, mit der  Globalisierung, die dann gekommen ist, dieses Geschäftsmodell ist ein Auslaufmodell, und wir  haben dann gefunden, wir müssen was anderes machen. Wir müssen Zug zukunftsfähig machen. Da gab es dann damals so eine Broschüre, Zug 2035. Das Parlament fand, das ist völlig überflüssig.  Wir haben gesagt, machen wir trotzdem. Daraus sind dann auch die Aufträge  entstanden unter anderem auch an mich, in die IT-Branche Kontakte zu knüpfen. Es war auch das Thema  Fintech damals, dann war auch der Stadtschreiber Martin Würmli sehr engagiert in dieser Frage,  er hat das sehr gern gemacht, es war wichtig.

Und ja, dann haben wir mal im Stadtrat gefunden: "Okay, jetzt müssen  wir doch mal wissen, was diese Blockchain-Typen da eigentlich machen, um was geht es da." Und  dann hat der jetzige Stadtpräsident, der Herr Wicki, hat dann einen Bekannten eingeladen,  einen Studenten der Hochschule St. Gallen. Er hat eine Bachelorarbeit gemacht, genau zu diesem Thema, und der hat uns dann so in einer halben Stunde das Wesentliche von Blockchain erklärt. Wir haben  nicht alles verstanden, logisch nicht. Aber wir sind dann Mittagessen gegangen, die fünf Stadträte und haben dort gesagt: „Hey, wir akzeptieren Bitcoins zur

Zahlung von Leistungen der Einwohnerkontrolle.“ Nur  das. Und das war dann wirklich ein grosses Thema plötzlich. Es gab wunderbare Reaktionen auch, wir hätten  das nie gedacht. Ich glaube, es lag daran, das Thema Blockchain war schon da. Es ist hoch komplex, die  Leute verstehen es nicht, aber diese einfache Story von Zug, wir nehmen Bitcoin an. Wir sind offen  für dieses Thema, die haben alle verstanden. Das war dann für die Presse interessant, aber es hat auch  zu Kontakten geführt, sofort eigentlich, zu den Leuten im Crypto Valley. Niklas Nikolajsen hat  uns dann das Ganze eingerichtet. Wir mussten ja auch schauen, dass wir keine Währungskursverluste  machen oder sonst hätte uns der grosse Gemeinderat

gesteinigt, natürlich. Da hat er gesagt, wir kriegen genau den Frankenbetrag, das sei abgesichert. Das waren ja dann nur etwa 140 Transaktionen. Von dem her muss man sagen, das ist nichts Besonderes, aber eben die anderen Wirkungen, die waren sehr viel stärker. Und das hatte Presse, habe ich schon  gesagt. Es hat dann auch zu Kontakten geführt zur Hochschule Luzern, auch sogar zur ETH und  natürlich auch zur Privatwirtschaft, die in diesem Bereich tätig ist. Und damals haben wir dann gesagt:  "Okay, jetzt müssen wir das Ding aufnehmen, müssen den Ball weitertragen, das ist wichtig."  Wir haben gesagt: "Ja, wir machen Use Cases,

also Anwendungsprojekte mit dieser Blockchain."  Das Wichtigste war dann erstmal, dass wir eine digitale Identität auf Blockchain damals dann installiert  haben, natürlich mit Hilfe von aussen. Das wäre sonst nicht gegangen, und wir haben dann auch ein E-Voting  über diese Blockchain gemacht. Das waren etwa 250 Leute, die da mitgemacht haben, aber eigentlich  haben wir das dann so als mindestens praktikabel darstellen können. Es ist da natürlich nicht weiter  verfolgt worden, da läuft das sonst auch sehr viel. Also da sind so Dinge, die passiert sind, die uns  irgendwie auch überrascht haben.

Aber man kann es erklären. Echo auf die Einführung von Bitcoin-Zahlungen für Dienste der Stadt Zug Ja, man muss sagen, die Leute waren unglaublich skeptisch eben. Es ist was Neues, wie KI heute oder virtuelle Realität, und so weiter. Das  ist einem ungeheur. Und gut, ich habe auch gesagt: "Weil ich ein bisschen Angst habe vor  dem, will ich mich eben wirklich da reinknien in die Geschichte, dann verliere ich die  Angst vielleicht auch ein bisschen." Das war so mein persönlicher Antrieb. Aber wir haben natürlich auch  dann gesagt: "Okay, der Stadtrat, einstimmig, das machen wir. Wir ziehen das durch mit dem Bitcoin  Akzept. Wir müssen einfach den Leuten klar machen, was aber nicht so einfach ist. Uns geht es nicht  um Bitcoin sondern um Blockchain." Aber das zu

erklären, das ist ein ziemlich grosser  Sprung. Und die Leute sind dann... wir konnten sie nicht wirklich überzeugen. Einige fanden, das war noch mutig. Die meisten fanden: "Was macht ihr da für einen Blödsinn?", und eben: "Gott, ihr braucht ja wahnsinnig viel Strom." Aber das ist natürlich, weil die Leute innerlich  so eingestellt sind. Das ist ihre Überzeugung und dann suchen sie nach den negativen Argumenten. Das  liess sich, muss ich sagen, fast nicht überwinden. Auch nicht im Parlament, aber eben, wir haben uns gesagt,  wir ziehen alle am gleichen Strick im Stadtrat drin. Und ich muss auch zugeben, für mich war das die  letzte Legislaturperiode, und da sagte ich mir: "Ich will keine Lame Duck sein hier, sondern jetzt  ist erst recht der Moment, etwas zu riskieren, auch

wenn mich die Leute jetzt nicht lieben dafür." Und  da haben die es wirklich konsequent durchgezogen, und das war dann natürlich schon so eine Dynamik auch,  die entstanden ist, wenn du dann plötzlich eingeladen wirst an Hochschulen in Deutschland,  an den digital Tagen in der Schweiz und so weiter. Dann merkst du, irgendwie sind wir doch  am richtigen Ort gelandet. Das Interesse war da und drum haben wir das dann auch weitergezogen, weil  manchmal muss eine Regierung auch unpopulär sein oder irgendeine Vision entwickeln, die sie dann  auch konsequent zu Ende führt, also schon ein bisschen der Grundsatz 'Just do it'. Einfach handeln. Es  gibt Gegenargumente, das wissen wir alle, aber das ist kein Grund, diese Idee jetzt nicht wirklich zu  verfolgen. Es gab dann immerhin eine Hochschule

in der Schweiz, die hat das mal aus der Marketingsicht angeschaut, und die haben gesagt: "Diese Idee ist 20 Millionen Franken wert." Aber es war  mehr wie ein Marketing-Gag, das muss ich wirklich sagen. "Hey, lustiges Marketing." Denen muss  ich antworten: "Okay, wir haben heute im Crypto Valley, Zug, Zürich, Lichtenstein, Zug ist immer noch das  Zentrum, wenn man so will, da haben wir jetzt 6'000 Arbeitsplätze, das ist ein volkswirtschaftlich  gewichtiges Argument, das bringt man nicht mehr weg, oder?" Wie das in zehn Jahren  ist, das wissen wir ja nicht. Ich wüsste es gerne. Ich würde ja mal wirklich gern so in eine  Zeitmaschine einsteigen und dann zurückschauen

und sagen: "Hey, das hat sich doch gelohnt oder  das ist völlig eingeschlafen?" Aber das glaube ich nicht. Also ganz spannendes Beispiel von  der Kantonalbank. Die haben wir ja auch damals 2016 eingeladen: "Nein, das ist nicht unser Geschäft, das  ist uns fremd.", und so weiter. Geldwäscherei und so, natürlich, ich verstehe das. Heute betreiben Sie  dieses Geschäft offensiv, also die sind gestartet, die wollen Kunden anwerben mit Kryptowährungen, und  das ist ja hochspannend. Wir haben ja immer gesagt 'kill the middleman', das ist die Sache von  Blockchain, dass da nicht mehr irgendwelche Banken oder Treuhänder oder wer auch immer sehr viel  Geld verdienen können, die schalten wir aus.

Die Bank hat natürlich etwas Schlaues gemacht, die haben jetzt eine Nische gefunden. Man weiss ja, wenn jemand den Code verliert   von seinen Bitcoin-Guthaben beispielsweise, dann ist das Geld weg, und die Kantonalbank  kann jetzt garantieren: "Wenn Sie bei uns sind, dann können wir sicherstellen, dass Sie, auch  wenn der Code verlustig geht, wir garantieren Ihnen dass Sie dran kommen." Ein wunderbares Angebot, obwohl nicht mehr die reine Lehre, alles Leute, die da irgendwie verbunden sind und  niemand brauchen, der sie da quasi an die Leine nimmt.

Überzeugungsarbeit Also irgendwie hat man ja dann gemerkt, das könnte für Zug und die ganze Schweiz doch noch zukunftsweisend sein. Und da muss ich auch  sagen, da gab's Heinz Tännler, der jetzt natürlich in der Blockchain Federation schon seit Jahren  vorne dabei ist. Die haben dann dieses Thema auch weitergezogen. Und ganz wichtig war natürlich der  Kontakt zu Bundesräten. Die sind ja dann nach Zug ins Casino gekommen an diese Hype-Shows, da kam dann der Schneider-Ammann, ganz bodenständig, aber der war interessiert, der hat das  auch irgendwie gemerkt. Und daraus ist dann ja ganz schnell eigentlich eine sehr gute Blockchain-Gesetzgebung entstanden, die

wurde übrigens einstimmig in Bern angenommen, die Leute haben es wahrscheinlich nicht verstanden. "Zukunft ist gut, oder?" Und da hat die Schweiz  auch ein bisschen von Liechtenstein, die waren ja noch schneller, das geht dort natürlich, von  Liechtenstein inspiriert, eigentlich auch eine rechtliche Situation geschaffen, wo wir auch  gewisse Rechtssicherheit haben konnten, also nicht Wildwuchs in dem Sinn. Das ist natürlich auch nicht  die reine libertäre Lehre. Es braucht ja irgendwelche Normen, wir wissen es ja. Also sind  ja auch ein paar unschöne Geschichten passiert, also mit Leuten, von denen man mehr erwartet  hat, als sie eigentlich dann schlussendlich gemacht haben, indem sie das Geld abgezügelt haben. Das gab's, und das kann man auch nicht bestreiten,

aber dann wenigstens ein guter Rechtsraum.  Kanton Zug hat dann ja schon 2022, 2021 Bitcoin nicht nur für Gebühren, sondern  auch für Steuern akzeptiert. Wir haben damals gesagt: "Steuern, das ist uns ein  bisschen zu viel." Das war dann fünf Jahre nachher Realität. Also ist vieles Realität geworden, wo man am Anfang noch dachte: "Nicht übertreiben!" Erfolgsfaktoren für Crypto Valley Ich denke eben, dass wir wirklich  mit offenem Visier eigentlich an die Sache herangegangen sind, gesagt: "Nein, nicht Vorurteile, nicht  Ängste, sondern wir wollen wissen, wie es wirklich ist."

Dass jedes Mitglied des Stadtrats, das  ist interessant, wir haben fünf Parteien, und jedes Mitglied hat mitgemacht. Und doch, da halten wir zusammen, auch gegen das Parlament, und so weiter. Das war wichtig  und dann natürlich so eine gewisse Tatkraft, man kann es so sagen, wenn wir gesagt haben: "Just  do it, wir handeln jetzt, wir lassen uns nicht beirren." Ich muss auch sagen, es war natürlich  wahrscheinlich die beste Geschichte in meinen 16 Jahren Stadtrat, die ich erlebt habe, durfte ich  noch erleben, und da kann man auch sagen: "Vielleicht sind wir auch ein bisschen am Puls  der Zeit damals mindestens gewesen."

Also, es war ja ein Ort, wie ein Fenster in die  Zukunft, wo Zug eben mitmachen konnte. Man kann es irgendwo auch  vergleichen mit virtueller Realität, vielleicht mit Quantencomputern oder natürlich mit  KI. Ob es ganz diese Bedeutung hat oder nicht, das wird sich herausstellen, also so viele Use Cases gibt's ja noch nicht, wo man wirklich sagen muss: "Das gehört jetzt eigentlich zu unserem Alltag." Aber, mal schauen, wie sich das entwickelt. Chancen gibt's, ich habe auch gelesen, dass 80 Prozent aller  wichtigsten Firmen in der Welt, die wichtigsten 100, 80 Prozent davon haben Blockchain-Technologien irgendwie  in der Forschung, sie haben sie sogar bereits

angewandt, also es ist schon was passiert. Und wir  waren dabei damals. Kleiner Teil natürlich, ein Puzzleteil. Die anderen waren ja eigentlich letztlich wichtiger,  wir haben unseren Beitrag geleistet. Wir sagen ja immer: "Wir sind sehr  weltoffen gegenüber Firmen, Startups und so weiter, das ist klar." Und dann sind die gekommen, und man muss sich auch ein bisschen annähern, aber eigentlich haben wir zusammen etwas gemacht,  und haben eigentlich einen Schulterschluss praktiziert. "Wir wissen, wie wichtig  ihr seid, wir unterstützen euch. Schauen wir mal was passiert. Schauen wir es einfach."  Es ist offen, aber es hat sich gelohnt, glaube ich.

Vorteile für die Region Ja gut, es zeigt Zug natürlich schon von  seiner Pionierseite, irgendwo. Da sind wir relativ stark. Wir haben schon irgendwie  am Ende des Mittelalters, als die Reformation kam, hat man gesehen: "Achtung, die Zürcher, die  machen Silberschmuck für Klöster, und so weiter." Da war natürlich ganz klar, Einsiedler kaufen nicht  mehr in Zürich. Das haben die Zuger gemerkt, sofort auf Silberschmuck gesetzt und haben dann  Einsiedeln und die ganze katholische Welt beliefert. Das war auch so eine Pionierleistung. Natürlich auch das Steuergesetz der 30er Jahre, das war auch eine Pionierleistung, eindeutig,  weil man ja gar nicht gewusst hat damals, dass da

was Grosses passieren kann, es ist aber passiert. Und das  jetzt war wahrscheinlich wieder eine Pionierleistung, und drum kann man das auch gegen aussen, müssen sie  ja doch sagen: "Manchmal machen die doch noch ganz gewagte, aber auch mutige Dinge, oder?" Das ist auch zum Image natürlich. Und natürlich man kann auch sagen, das ist jetzt wirklich  nicht auf der Tiefsteuer-Strategie passiert, oder. Weil die ist ja irgendwie  auch fertig, das muss man sagen. Bankgeheimnis ist weg, automatischer Informationsaustausch,  Sonderstatusgesellschaften, weg. Diese Welt, die war mal hochinteressant für Zug, hat aber eine negative Seite dann natürlich

vermittelt. Diese Welt ist vorbei, also müssen  wir was anderes machen. Das war ja der Gedanke auch beim Stadtrat damals, also wenn es schon  die Chance gibt, dann bitte, jetzt liegt's an uns. Eine gute Nase Genau, als dann die Bombe geplatzt war, sind  dann die Leute natürlich interessiert gewesen, mit uns in Kontakt zu treten, und es kamen auch  Leute zu uns, die waren hochspannend, also die die haben uns dann besucht in Zug, also unter  anderem der Bürgermeister von Seoul oder die Forschungsministerin von Japan war da. Und eben  auch Kontakte mit Leuten, eben zu in Universitäten

bis nach Berlin. Das war die eine Seite,  aber Bitcoin hat natürlich auch Leute angezogen, die ein bisschen dubioser waren, also es kamen  dann auch Menschen zu uns, die wollten dann Geschäfte anreissen mit uns, und es gab sogar  Einladungen, die ich niemals annehmen hätte können, es wäre nur noch peinlich gewesen. Und da hat man aber eigentlich eine recht gute Nase. Das ist jetzt wirklich nicht der Idealist, von denen gibt's viel in dieser Branche. Die wollten die Welt verbessern, die sind  okay. Da hat man sofort gemerkt, da geht um Dollars, und dann grosse Vorsicht, kurze  Gespräche, vielen Dank. Das war eine riesige Bandbreite, alles natürlich auch gute Seiten, aber es zieht auch Leute an,

die weniger gute Geschäfte damit machen wollen, Geldwaschen und so weiter. Es gibt nichts, was nicht zwei Seiten hat. Ja, da sind  wir vorsichtig gewesen, es gab dann auch diese Davoser-Einladungen oder das war dann zum Teil auch Sex, Drugs und Rock 'n' Roll, oder in diese Richtung. Da haben wir, das war ja spannend, auch immer die Frage, wer lädt dich ein, wo können  Abhängigkeiten entstehen und so weiter.

Der Stadschreiber und ich haben das immer gecheckt  und gesagt: "Nein, das nicht. Aber da gehen wir gerne hin." Ja, einen Imageschaden oder noch schlimmer haben wir uns da nicht eingehandelt, im Gegenteil. Also wer ein bisschen wohlwollend  ist, muss eigentlich sagen: „Doch, das war eine gute Sache."