Crypto Valley und die Schweizer Banken - Die Geschichte des Crypto Valley
Crypto Valley Pioneers Interviews · 9 Feb 2026 · 5:34
Hanspeter Rhyner, CEO of the Zuger Kantonalbank, explains how cryptocurrencies and the Swiss banking sector are slowly moving closer together. He speaks from the point of view of an established cantonal bank in Zug, the region where Crypto Valley took shape. The short film belongs to the Crypto Valley Pioneers series on the region's origins and pioneers.
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From Crypto Valley Pioneers Interviews, hosted by Crypto Valley Pioneers.
Transcript
Die Skepsis war sicher in den Entscheidungsgremien und in den Verwaltungsräten der Finanzinstitute sehr hoch gegenüber diesen Kryptowährungen. Vor allem Bitcoin ist immer wieder kritisiert worden. “Das wird doch nur von Erpressern verwendet und von Verbrechern, und die Geldwäschereirisiken sind gewaltig.” Ich habe immer wieder versucht, das Thema in der Bank einzubringen aber ich habe festgestellt, dass ich riskiere, damit meinen Ruf aufs Spiel zu setzen,
denn es wurde wirklich nur als Verbrecherwährung abgetan. Deswegen ist es dann damals auch nicht weitergegangen. Ein starkes Zeichen für viele, ihre Meinung zu revidieren, war, als BlackRock seine Meinung geändert hat. <i>Die Leute sehen sich nach Anlagen um, </i> <i>die an Wert zulegen könnten</i> <i>unter der Annahme, dass die Inflation </i> <i>und die Staatsschulden steigen.</i> <i>Wir haben begonnen, uns </i> <i>auch damit zu befassen...</i> Sie hatten ja lange gesagt: “Bloss nicht investieren, Hände weg!” BlackRock ist der grösste Vermögensverwalter der Welt.
Philipp Hildebrand, der ehemalige SNB-Präsident, ist dort in führender Position. Deswegen hat das schon in meinen Kreisen und bei meinen Peers ein starkes Zeichen gesetzt. Genau so wie die beiden Finanzinstitute in der Schweiz, Sygnum und SEBA, die eine Bankenlizenz erhalten haben von der FINMA. Es hat verschiedene starke Signale gegeben. Man kann heute das Thema ansprechen, ohne nicht gerade als Verbrecher aber zumindest als schräg denkend angesehen zu werden.
Ich habe den Anspruch, pro Tag mindestens einen Kunden selbst zu treffen. Das ist enorm wertvoll. Viele vermögende Kunden haben mir gesagt, dass sie ein bis zwei Prozent in digitale Assets investiert haben, um herauszufinden, wie das funktioniert und auch als Diversifikation. Das war für mich definitiv der Anstoss, dass wir jetzt wirklich ein Projekt starten, um uns genauer damit zu befassen. Wir haben natürlich eine FINMA-Bewilligung gebraucht, wir mussten unser Geschäfts- und Organisationsreglement anpassen.
Auch der Bankrat musste das Organisationsreglement abnehmen. Seit Oktober 2023 bieten wir an, dass man bei uns sechs Kryptowährungen kaufen kann. Die Währungen selber, die sind volatil. Das Wort “sicher” sollte man damit nicht in Verbindung bringen. Aber die Abwicklung, dafür stehen wir ein, dass diese sicher ist und dass keine Fehler auftreten.
Die Kunden müssen sich auch nicht selbst um den privaten Schlüssel kümmern. Das wickeln wir alles für sie ab in Zusammenarbeit mit Sygnum und Swisscom. Wir bieten aber keine Beratung an. Die Kunden selbst entscheiden, welche Kryptowährungen sie kaufen möchten. Die Art und Weise, wie wir das aufgesetzt haben, ermöglicht auch, dass man beispielsweise nur 0.3 Bitcoins kaufen kann. Es bietet sehr viele Möglichkeiten, in einer sicheren Umgebung in diese digitalen Anlagen zu investieren.
Ein Sprichwort gilt immer: “There’s no free lunch.” Wer bereit ist, ein Risiko einzugehen, hat auch die Möglichkeit einer guten Rendite. Wenn Krypto eine Beimischung ist in einem Depot oder einem Vermögen im kleineren Prozentbereich, dann geht man glaube ich keine unkalkulierten Risiken ein. So kann man auch Erfahrungen sammeln. Der Prozess, der jetzt angelaufen ist, der wird sich fortsetzen.
Die Entwicklung wird rasant geschehen, auch weil sich die Technologie und das Know-how fortlaufend weiterentwickeln. Die künstliche Intelligenz beschleunigt das Ganze noch mehr. Ich glaube, dass dies definitiv auch zum Bankgeschäft und zum Angebot einer Schweizer Bank gehören wird.